October 18, 2011

Wie die Telekom mit dem Premierenticket ihre Kunden zum Narren hält

Nach langer Zeit ohne Mobiltelefon habe ich mir bei der Telekom das Premierenticket gesichert, als noch nicht klar war, ob es ein iPhone 5 oder nur ein 4s geben wird. Angeblich sollte man sich ganz entspannt zurücklehnen können und alles würde gut.

Ab dem 7. Oktober konnte man dann die Vorbestellungen für ein iPhone 4s aufgeben – ich habe dies dann zwei Tage später, am 9. Oktober gemacht. Dummerweise musste man zur Nutzung des Premierentickets in den T-Punkt. Dort erhält man jedoch keine 10% Rabatt auf die Grundgebühr eines Vertrags im ersten Jahr. In meinem Falle sind dies etwa 70 Euro, die es mir wert waren, mich gemütlich zurücklehnen zu können. (Interessant ist, dass es allem Anschein nach auch möglich war, über das Internet und telefonisch mit einem Premierenticket zu bestellen.)

Leider kam alles anders als entspannt.

Da ich als Neukunde nach Erhalt des iPhones sowieso im T-Punkt vorstellig werden müsste, um die Micro-SIM abzuholen, ließ ich das Gerät an den T-Punkt schicken.

Am 14. Oktober, dem offiziellen Starttermin des iPhone 4s, war ich dann im T-Punkt. Während andere Kunden ihr Endgerät abholen konnten, war meins leider nicht zu sehen. Auch am nächsten Tag, einem Samstag, wurde ich schulterzuckend wieder weggeschickt.

Ein Kollege von mir, der jedoch ohne Premierenticket sein iPhone via Internet bei der Telekom bestellt hatte, veröffentliche seit Freitag Abend bereits fleissig Screenshots von seinem neuen Siri.

Am Dienstag, dem 18. Oktober, wollte die Hotline mir nicht helfen, einen etwaigen Status des iPhones herauszufinden. Angeblich könne dies nur der Shop (der telefonisch nicht erreichbar ist und sich in einer anderen Stadt befindet als meine Arbeitsstätte, weshalb ich dort auch nicht in der Mittagspause kurz vorbeischauen könnte). Besagter Shop hat meine Telefonnummer und hat sich bislang nicht gemeldet.

Wer also gedacht hat, die Telekom hätte aus dem Debakel mit dem iPhone 4 und langen Wartezeiten gelernt, der hat nicht ganz unrecht. Mit dem Premierenticket haben sie gelernt, nur scheint es nicht darum zu gehen, Wartezeiten zu verringern, sondern Online-Rabatte nicht gewähren zu müssen.

Vermutlich hätte ich es besser wissen müssen. Bleibt nur zu hoffen, dass es sich wirklich um Einzelfälle handelt, doch allem Anschein nach bin ich mit meinen Problemen nicht allein. Wenn die Telekom bei allen geprellten Premierenticket-Kunden 70 Euro gespart hat, dann kann das bei nur einem Prozent nicht berücksichtigter Kunden schon knapp 30000 Euro wert sein (nicht gerechnet eventuell bereits laufende Verträge, die jedoch keinen Traffic in Ermangelung eines Endgeräts produzieren können).

Besonders ärgerlich, wenn 40000 Premierenticketinhaber bei 150000 verkauften Geräten am Premierenwochenende nicht bedient werden können.

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