Da mein MacBook schon ein wenig im Einsatz ist, war es Zeit für ein Upgrade. Ein komplett neues Laptop ist nicht notwendig, das MacBook Pro von Mitte 2010 ist eigentlich immer noch geeignet für alle möglichen Lebenslagen. Nur letztens, als ich ein Video mit vier HD-Streams schneiden wollte, war doch mehr Tee-trinken als schneiden angesagt. Also habe ich mich entschlossen, mein MacBook mit einer schnellen SSD auszustatten. Da intern nur eine SATA-II-Schnittstelle vorhanden ist, reicht mir die gute alte Crucial M4 512GB vollkommen aus.

Da eine SSD ein wenig anders als eine herkömmliche Festplatte funktioniert, empfiehlt es sich, ein paar Anpassungen unter Mac OS X vorzunehmen. Ich nutze derzeit 10.8.2 und habe alle Schritte in weniger als ein paar Minuten durchgeführt.

Lokale TimeMachine Backups

Backups mit TimeMachine gehen bei mir auf zwei verschiedene Platten, eine Firewire-800-HD und ein NAS. TimeMachine macht aber standardmäßig auch lokal ein Backup, welches unnötig Platz beansprucht. In den Systemeinstellungen kann man leicht erkennen, ob lokale Backups aktiv sind, wenn folgender Satz zu finden ist: “TimeMachine behält Lokale Schnappschüsse, solange Speicherplatz vorhanden ist.”

Da ich kein lokales Backup brauche, kann ich dies mit einem einfachen Befehl im Terminal ausschalten:

sudo tmutil disablelocal

Bei Bedarf lassen sich lokale Backups natürlich auch wieder einschalten.

sudo tmutil enablelocal

Hibernation

Wenn Mac OS X den Rechner schlafen lässt, sichert es vorher sorgfältig den gesamten Inhalt des RAMs auf die Platte. Meiner SSD möchte ich aber diese unnötigen Schreibvorgänge gerne ersparen. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal den Rechner schlafen geschickt habe, und er dann die gesamte Batterie geleert hätte.

sudo pmset -a hibernatemode 0

Das noch vorhandene Image kann übrigens auch weg:

sudo rm /var/vm/sleepimage

Sudden Motion Senson

Festplatten haben bewegliche Teile. Bei einem Sturz des Laptops kann es dann gerne mal zu einem sogenannten Head-Crash kommen. Die Schreib-/Leseköpfe werden dann unsanft aus ihrer Bahn gelenkt und der weitere Einsatz der Platte ist unmöglich. Der Sudden Motion Sensor bewahrt vor solch einem Fall, indem er merkt, dass das MacBook fällt und sofort die Köpfe in eine sichere Parkposition bringt.

Bei SSDs bewegt sich nicht, also kann ich auf den Bewegungssensor verzichten:

sudo pmset -a sms 0

Trim

Die Trim-Funktion arbeitet derzeit nur mit Apples Original-SSDs zusammen, so dass eine externe (kostenlose) Hilfe notwendig wird: der Trim-Enabler. Einfach einschalten, neustarten, fertig.

Einstellungen prüfen

Im Terminal kann man nun die vorhandenen Einstellungen prüfen:

pmset -g

Bonus: noatime – Zugriffe protokollieren

Unter Mac OS X sorgt jeder Lesezugriff auf eine Datei dafür, dass der letzte Zugriff auf die Datei protokolliert wird (genannt atime, bzw. access time). Dies kann man ausschalten, um auch noch das letzte Prozent Leistung aus der SSD zu kitzeln. Hierzu muss man jedoch ein mehr als nur einen Befehl ausführen.

Zunächst muss eine Datei namens /Library/LaunchDaemons/com.noatime.plist mit dem folgenden Inhalt angelegt werden:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>

<plist version="1.0">
    <dict>
        <key>Label</key>
        <string>com.nullvision.noatime</string>
        <key>ProgramArguments</key>
        <array>
            <string>mount</string>
            <string>-vuwo</string>
            <string>noatime</string>
            <string>/</string>
        </array>
        <key>RunAtLoad</key>
        <true/>
    </dict>
</plist>

Dann werden die Rechte im Terminal angepasst:

sudo chown root:wheel /Library/LaunchDaemons/com.noatime.plist

Dann folgt ein Neustart. Nun sollte im Terminal bei Eingabe des Befehls mount ein noatime hinter der Festplatte mit der Partition / stehen:

Wie schnell ist die SSD nun wirklich?

Natürlich kann man jetzt versucht sein, möglichst genau zu wissen, wie schnell die SSD ist. Dummerweise ist die Lebensdauer einer SSD jedoch durch die maximale Anzahl an Schreib-/Lesezugriffen begrenzt. Ein Benchmark bedingt jedoch, dass eine mehr oder weniger große Menge an Daten geschrieben und gelesen wird. Dauerhafte Benchmarks führen also eher zu einer kürzeren Lebensdauer der Platte und führen in der Regel sowieso zu keinem wirklich Erkenntnisgewinn.

Ich fand den Umstieg auf SSD nicht so überwältigend, wie ich es zunächst erwartet hätte. Doch im Alltag ist der Geschwindigkeitsgewinn deutlich zu spüren. Nicht nur beim Ein- und Ausschalten des Laptops, auch bei allen Programmstarts (mit Ausnahme des ersten Starts vielleicht) geht alles deutlich schneller.